Ein Debian Logo

In diesem Artikel zeige ich euch wie man Debian auf der Slug zum Laufen bringt. Debian ist dafür bekannt nur ausgewählte und ausführlich getestete Pakete in seinen „stable Zweig“ aufzunehmen. Und das sind dann immer noch ca. 10.000 Pakete! Die Distribution hat eine sehr große Anhängerschaft und viele so genannte Derivate basieren darauf. So zum Beispiel das populäre Ubuntu. Mit Debian stehen uns also sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung die Slug an unsere Bedürfnisse anzupassen. Seit 2007 wird die Slug offiziell als ARM Portierung unterstützt…

Vorbereitung:

Da nur ein kleiner Teil des Debian Grundsystems auf den internen Speicher der Slug passt, ist ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte erforderlich. Der USB-Stick sollte mindestens 1GByte groß sein. Es geht auch kleiner, allerdings wird für die Installation eine SWAP-Partition benötigt die mindestens 256MB groß ist. Ist die SWAP-Partition kleiner, bricht die SSH Verbindung ab. Bei kleineren Sticks bleibt da kaum noch Platz für die Daten.

Von dem Debian Image gibt es zwei Versionen. Zum einen das Offizielle Image, zum anderen eine Version wo der propertäre Inteltreiber für die Ethernetkarte der Slug integriert ist. Letzteres ist unsere Wahl da wir ansonsten die Slug nicht vie SSH ansprechen könnten ohne vorher einen USB-Ethernetadapter an die Slug anzuschließen. Für die SSH Kommunikation via Windows verwende ich Putty.

Slug in den Auslieferungszustand versetzen:

Lest euch meinen Artikel zum Flashen der Slug genau durch bevor ihr weitermacht!

Bevor wir das eigentliche Image flashen, sollten wir folgendes tun:

1. Slug via Telnet-Methode (RedBoot) in den Auslieferungszustand versetzen
2. Die neuste Origianlfirmware von Linksys flashen
3. Der Slug eine feste IP-Adresse zuweisen (wird von Debian übernommen)
4. Alle anderen Netzwerkeinstellungen (Subnet, Gateway, DNS-Server) werden ebenfalls übernommen! Also achtet darauf was ihr einstellt!
5. Der Slug einen Namen geben (wird ebenfalls von Debian übernommen)

Debian Image flashen:

Jetzt können wir entweder über das Menü der Slug, oder über die Reset-Knopf Methode das Debian Image flashen.

Es darf kein USB-Gerät mit der Slug verbunden sein

Das dauert ca. 5 Minuten. Sobald die Slug neu bootet stecken wir den USB-Stick/die USB-Platte an USB1 an. Wenn die Slug 3 mal piept, können wir uns mit Putty via SSH verbinden. Wählt als hostname die von euch eingestellte IP-Adresse der Slug, als Port die 22 und Connectiontyp SSH.

Ohne fest eingestellte IP-Adresse bekommt die Slug entweder eine via DHCP zugewiesen oder ist unter 192.168.1.77 erreichbar.

Loggt euch auf der Konsole mit dem Benutzer „installer“ und dem Passwort „install“ ein. Im folgenden Fenster wählen wir den Eintrag „Start menu“. Im Auswahlmenu für zusätzliche Pakete müssen die Module autopartkit, partman-auto, partman-ext3 und usb-storage-modules-2.6… selektiert (Leertaste) werden. Nach ein paar weiteren Fragen gelangen wir zum Partitionierungsprogram. Hier wählen wir „manuell“ aus. Vor allem wenn man einen kleinen USB-Stick verwendet macht die automatische Partitionierung die Swap Datei zu klein. Deswegen lieber manuell. Für den Anfang benötigen wir zwei Partitionen.

1. Eine Primäre Partition, EXT3, bootbar und Mountpunkt=/
2. Eine logische Partition, Swap (Mindestens 256MB gross!!)

Bei meinen beiden verwendeten USB-Sticks ist mir aufgefallen das die letzten paar MB auf den Sticks irgendwie kaputt waren. Wenn der Installer versuchte diese Bereiche zu formatieren, blieb er hängen. Als ich die letzten 8MB ungenutzt ließ, hatte ich keine Probleme mehr.

Kaffe trinken, Zimmer aufräumen & der Omi einen Brief schreiben

Hat der jetzt ne Meise? Nö. Aber ab jetzt kann es schonmal ne Stunde oder zwei dauern bis unser Eingreifen wieder erforderlich ist. Neben den oben genannten Dingen ist bestimmt noch Zeit etwas für den WAF (WomanAceptanceFactor) zu tun.

Finalisierung der Installation

Irgendwann wird uns dann die Slug fragen ob wir zusätzliche Softwarepakete installieren wollen. Wollen wir aber nicht! Die Basisinstallation ist erstmal alles was wir brauchen. Den Rest holen wir uns später via APT. Nun müssen wir nochmal etwas Geduld aufbringen. Schon den Müll rausgebracht?

Zum Schluss gibt es noch nen Warnhinweis wegen eventuellen Bootmedien den wir ignorieren. Dann startet die Slug neu. Und damit ist die Debian Basisinstallation abgeschlossen.

Verhalten des Power-Knopfes ändern

Wenn man möchte das sich die Slug beim Drücken des Powerknopfes ausschaltet (anstatt einen Reboot zu machen) muss man folgendes ändern:

vi /etc/inittab
Suchen nach:
ca:12345:ctrlaltdel:/sbin/shutdown -t1 -a -r now
Dann -r durch -h ersetzen:
ca:12345:ctrlaltdel:/sbin/shutdown -t1 -a -h now


Dann laden wir die Datei mit telinit q neu.

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