Wenn man die Debian Grundinstallation erledigt hat und sich mit dem Befehl „free“ den Arbeitsspeicherverbrauch der Slug anzeigen lässt, staunt man nicht schlecht. Von den 32MB stehen uns nur noch wenige zur Verfügung. Deswegen wird die Slug nun einer Abmagerungskur unterzogen.

  1. Open-SSH gegen dropbear tauschen
  2. Netzwerkprotokolle abschalten
  3. Seriellen Port abschalten
  4. LVM Support abschalten
  5. IPv6 Support abschalten
  6. openbsd-inetd nicht starten
  7. Nicht benötigte Pakete mit APT entfernen

Folgende Befehle erleichtern uns die Überprüfung unsere Maßnahmen:

<code="bash"># free   Zeigt den Speicherverbrauch an
# ps -A  Zeigt alle laufenden Prozesse an
# htop   Grafischer Task und Speichermanager (apt-get install htop)</code>

1. Open-SSH gegen dropbear tauschen:

Dropbear ist eine schlanke Alternative zum großen Bruder. Es beherrscht fast alle Funktionen von OPEN-SSH, der Speicherverbrauch ist aber wesentlich moderater. Es gibt einige Debian Pakete bei denen OPEN-SSH als feste Abhängigkeit definiert ist. Sie funktionieren zwar auch mit Dropbear, benötigen dann aber etwas Konfigurationsaufwand. Erwähnenswert ist noch, das Dropbear nur SFTP (Arbeiten wie mit einem FTP-Program, siehe WinSCP Client) unterstützt. Das vielseitigere SCP gibt es nur mit Open-SSH!

<code="bash"># apt-get install dropbear
Dropbear übernimmt die bisherigen Schlüssel und portiert sie in sein Format
Dropbear wird einen Fehler melden das es nicht automatisch gestartet werden kann, weil OPEN-SSH noch installiert ist

# vi /etc/default/dropbear
NO_START=1 in NO_START=0 ändern
#DROPBEAR_RSAKEY... Das # Zeichen löschen
#DROPBEAR_DSSKEY... Das # Zeichen löschen</code>

Jetzt könnte man theoretisch den OPEN-SSH Server via

<code="bash"># apt-get remove openssh-server</code>

vom System entfernen. Dann verschwinden allerdings auch die SSH und SCP/SFTP binaries. Da die Verbindung via SFTP aber sehr praktisch ist, lieber eine von den folgenden Alternativen wählen:

<code="bash"># vi /etc/init.d/ssh
"exit 0" in Zeile 2 einfügen (Verhindert das Starten vom Open-SSH Server)</code>

Oder:

<code="bash"># touch /etc/ssh/sshd_not_to_be_run (funktioniert auch!)</code>

Nachdem die Slug neu gestartet wurde („shutdown -r now“ oder Power-Knopf) läuft Dropbear und wir schauen mit „free“ oder „htop“ wie viel Speicher wir gewonnen haben.

2. Netzwerkprotokolle abschalten:

Standardmäßig sind sowohl das Apple Netatalk AFP als auch Suns NFS Protokoll (Anzeige von Freigaben und Druckern im Netzwerk) installiert. Man kann beide leicht mit dem Tool rcconf abschalten und spart so ein paar MB. Wer den „Debian Message Tranfer Agent“ (exim4) nicht benötigt kann noch ein paar kB rausholen. Da ich meine Freigaben später mit Samba regel, brauche ich alle drei nicht.

<code="bash"># apt-get install rcconf
# rcconf</code>

Die nicht gewollten Protokolle abschalten und die Slug neustarten („shutdown -r now“ oder Power-Knopf) . Via „free“ oder „htop“ den Speicherverbrauch kontrollieren.

3. Seriellen Port abschalten:

Die Slug besitzt einen Seriellen Port der allerdings ohne Hardwaremodifikation nicht nutzbar ist. Deswegen kann ihn Softwareseitig abschalten.

<code="bash"># vi /etc/inittab
Folgende Zeile suchen:
T0:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS0 115200 linux
und mit # am Zeilenanfang auskommentieren.
# telinit q
Läd die Datei neu.</code>

Via „free“ oder „htop“ den Speicherverbrauch kontrollieren.

4. LVM Support abschalten:

Auch dann wenn wir LVM nicht benutzen, werden die Module beim Start geladen. Schlecht für uns, also raus damit.

<code="bash"># vi /etc/init.d/libdevmapper1.02
exit 0 In die zweite Zeile einfügen um den Start des Modules zu verhindern</code>

Jetzt die Slug neustarten (shutdown -r now oder Power-Knopf) und via „free“ oder „htop“ den Speicherverbrauch kontrollieren.

5. IPv6 Support abschalten:

Wer nicht mit IPv6 arbeitet, will auch nicht das es beim Start automatisch geladen wird. Folgendes Vorgehen eignet sich übrigens auch für andere Kernelmodule.

<code="bash"># vi /etc/modprobe.d/blacklist
blacklist ipv6</code>

Der Eintrag verhindert, das das Kernel Modul automatisch geladen wird. Jetzt die Slug neustarten (shutdown -r now oder Power-Knopf) und via „free“ den Speicherverbrauch kontrollieren.

6. openbsd-inetd nicht starten:

Openbsd-initd wird nur gestartet solange Services in /etc/inetd.conf gestartet werden. Das sind zumeist aber nur uralte UNIX-Services die nicht mehr gebraucht werden. Wenn wir alle Services in der Datei mit # auskommentieren, wird openbsd-initd nicht gestartet und wir haben wieder etwas Speicher dazugewonnen.

7. Nicht benötigte Pakete mit APT entfernen:

Ist sebsterklärend :)

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